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Wer bist du?

Die Sorgen angesichts einer sehr ungewissen Zukunft bedrängen uns.

Hilflos sehen wir unser und das Leben unserer Liebsten bedroht. Doch womöglich verkennen wir die Natur der Lage. In Abwandlung eines Spruches würde ich behaupten, die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst.

Eine Extremsituation, wie eine Bedrohung des eigenen Lebens, setzt in uns ungeahnte Kräfte frei. Energien, die uns dazu befähigen, unsere wahre Natur zu erkennen.

Wir erleben in diesen Momenten zuerst Stille, eine vielleicht kurzfristige Verstummung unseres dauernd schwätzenden Denkens. Das wirkt dann irgendwie verunsichernd, sind wir doch gewohnt, von diesem Kommentator in unserem Kopf begleitet zu werden. Und jetzt ist er geschockt, paralysiert … welch ein Geschenk. Weil wir feststellen, wir sind immer noch da. Ohne ihn. In Stille.

Zweifellos verbleiben die Leiden durch Schmerzen unseres Körpers. Wir nehmen sie wahr.

Das tiefste Leiden aber, die Sorge um unsere Existenz und die unserer Liebsten, verblasst wenn wir uns unserem wahren Sein zuwenden.

„Lehnen sie sich zurück und geniessen sie die Show.“ schrieb Ramesh Balsekar.

Wie bitte? Gleich meldet sich auch schon wieder der Kommentator. Falsch oder richtig … wahr und unwahr. Ein Zen Meister sagte: „Falsch und richtig, das wirf zusammen weg.“

Die befreiende Wahrheit lässt sich nicht mit unserem Verstand begreifen. Aber sie ist in unserer Wahrnehmung allgegenwärtig. So sehr klar vorhanden, dass wir sie leicht übersehen.

Wenn du aufstehst und deinen Tee aufgießt, das Geräusch des kochenden Wassers in der Tasse wahrnimmst, aus dem Fenster schaust und die Wolken über den Bergen betrachtest … dann gibt es nichts falsches oder richtiges. Alles ist einfach nur da.

Auch das Bedürfnis unser Zusammenleben friedvoll gestalten zu möchten nehmen wir wahr. Wir müssen aber nicht darunter leiden.

In Stille segnen wir alles Sein … ganz gleich wie es auch aussehen mag.


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