Posted inZeitgeister

Windkraft im Schwarzwald Teil 2

Windkraft im Schwarzwald Teil 2 – Die Auswirkungen auf die Wälder

Fast jeden Morgen gehe ich zu Sonnenaufgang hoch in den Bergwald des Kandel. Die Stille und das Licht sind in diesen Momenten eine Wohltat für die Seele. Eigentlich ist es ja gar keine Stille, denn der Wind rauscht in den Bäumen, die Mäuse rascheln im Blattwerk am Boden und die Vögel in den hohen Bäumen singen dazu.

Eine Windkraftanlage in diesen Wald zu stellen ist eine Zumutung für dessen Bewohner. Solch eine industrielle Anlage gehört da nicht hin.

Aber zu den Fakten.

Da sind zunächst die Fällungen und Bodenverdichtungen, die für das Fundament und die schwerlastfähigen Zufahrtswege der Windkrafträder durchgeführt werden.

Sie schaden dem Edaphon im Boden und allein der Flächenverbrauch ist in Betracht der Nützlichkeit dieser Anlagen zweifelhaft.

Dieses Video zeigt die Waldrodung und Baumaßnahmen für den Windpark Hohenlochen im Schwarzwald (4 Windkraftanlagen, Inbetriebnahme 2021)

YouTube player

Welche Rolle die Windkraft tatsächlich in der Deckung unseres Energiebedarfs spielt und ob sie wirklich eine Maßnahme zur Abmilderung des Klimawandels bedeutet ist fraglich. Dazu später mehr im fünften Teil unserer Reihe.

Die Deutsche Wildtier Stiftung sieht in der Windenergie einen durchaus wichtigen Beitrag für den Energiemix der Zukunft. Der weitere Ausbau in Deutschland, Europa und auch weltweit darf jedoch nicht überall und um jeden Preis für die Natur vorangetrieben werden. Für Deutschland fordern wir zumindest für den Bau von Windenergieanlagen im Wald ein Moratorium, einen Baustopp.

Quelle: 2019-08-dewist-publikation-windkraft-und-naturschutz.pdf

Es gibt bezüglich der Belastungen des Waldes weitere bedenkenswerte Aspekte.

Frühere Untersuchungen der Umgebung von derartigen Anlagen haben einen Austrocknungseffekt festgestellt. Auslöser dafür ist offenbar der Infraschall, der von den Windrädern ausgeht. Der Waldboden wird durch die tieffrequenten Schallwellen über längere Zeit immer mehr verdichtet. Die wasserführenden Kapillaren werden geschlossen und der Transport von Grundwasser in höhere Schichten blockiert. Auch Quellen können aufgrund dieses Effekts versiegen.

Die Rotoren bedeuten natürlich eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse. Das ist bekannt.

Und insbesondere für den Schwarzwald droht eine weitere Gefahr.

Der Ausbau mit Glasfaser für ein schnelles Internet hat das Aufkommen einer großen Menge Aushub aus den Straßenrändern zur Folge.

Die dabei herausgeholten alten Straßenbeläge enthalten einen sehr giftigen Teer, der im Straßenbau mittlerweile verboten ist. Die bisherige Praxis im Schwarzwald sieht wohl so aus, dass dieser Aushub für die Befestigung von Wanderwegen und eben auch Zufahrtsstraßen zu WKA und deren Fundament verwendet wird. In der Schweiz ist ein solcher Schutt auf eine Sondermülldeponie zu verbringen (https://polludoc.ch/de/material/pak-haltiger-ausbauasphalt).

Es droht, sollte so etwas eingebracht werden, eine Vergiftung durch benzolhaltiges Material (PAK-aromatisierter Wasserstoff ), das krebserregend und hochgiftig ist. Es ist zwar Gott sei Dank kaum wasserlöslich, doch wird es beim Verarbeiten kleingemahlen und kann so auch über das Wasser zu uns und in die Natur gelangen.

YouTube player

Unser Wald ist also durch den Bau von Windkraftanlagen vielen Belastungen und einschneidenden negativen Veränderungen ausgesetzt.

Ist es das wirklich wert?

Ganz abgesehen von der visuellen Veränderung unserer Landschaft, die das Thema im nächsten und dritten Teil dieser Reihe sein wird.

Enoch Freiherr zu Guttenberg wird mit einer deutlichen Aussage zitiert im offenen

Brief von Waldbesitzern an Waldbesitzer (PDF herunterladen)

“[…] werden wir bald ins Museum gehen müssen, um vergangene schöne Kulturlandschaften zu betrachten, beobachten wir versteinert die Hinrichtung unserer mythisch bezaubernden Landschaften und das Siechtum unserer eigenen, uns schützenden und Identität stiftenden Heimat und Natur […]“


Demnächst … Teil 3 der Reihe „Windkraft im Schwarzwald“ – „Die Ästhetik und Schönheit unserer Heimat“


Schreibe einen Kommentar