Im Kontakt mit unserer Angst

von Huberta v. Gneisenau

Viele Menschen erleben aktuell Angst. Angst vor dem Virus, möglicher Armut, einer Diktatur – einige wenige sprechen darüber.

Es ist ein 1. Schritt, doch es reicht nicht aus, über unsere Angst zu sprechen – sie ist unsere treuste und kraftvollste Begleiterin seit Menschengedenken. Bereits im Moment unserer Geburt ist jedeR Einzelne unter uns – ohne Ausnahme – mit ihr konfrontiert, aber wir haben nicht gelernt, ein gesundes und heilendes Verhältnis zu ihr aufzubauen.

Die Geschehnisse der Welt basieren auf dieser grundlegenden Vermeidungsstrategie.

Aktuell befinden wir uns mitten im größten Auslöschungsereignis der Menschheit durch jahrzehntelangen Ökozid, elektromagnetische VerStrahlung und die aktuelle gesundheitspolitische Situation. Doch wir fahren damit fort, aufrechtzuerhalten, was wir als unsere menschliche Grundlage betrachten: ein gewisses Maß an Sicherheit, Stabilität und Vorhersehbarkeit. Damit deckeln wir perfekt die uns allen inhärente Angst, am Ende der Fahnenstange die Todesangst. Das Argument „Sterben werden wir ohnehin einmal- aber wollen wir die Zeit bis dahin in Angst und Bange verbringen?“ berührt nur die Oberfläche und vermeidet die Notwendigkeit, dass wir uns kollektiv der Angst stellen müssen.

Wie geht das?

Beschäftigung mit schönen Dingen, die uns gut tun, streichelt schon mal die Psyche, doch worum es wirklich geht, ist körperlich spürbar in die Gegenwärtigkeit zu treten und uns durch Zuhilfenahme der Atembeobachtung im JETZT zu verankern. Das erlaubt uns, mit jedweder Empfindung in Kontakt zu kommen. Wenn wir uns nun von unserer Angst berühren lassen, – nicht basierend auf Zeit und den Grübeleien des Geistes -, sondern unmittelbar spürend, und ihr ein sanftes mitfühlendes Bewusstsein entgegenbringen, entsteht mehr innerer Raum.

Die Angst transformiert sich mit einiger Übung und Dranbleiben (egal, wie schlimm es sich anfühlen mag) in Frieden.

Wo keine Angst ist, gibt es kein Hindernis in unserem Geist. So lassen wir das „falsche Denken“ hinter uns und können die Tiefe des Wunders erleben, in dieser Welt zu sein, und die Tiefe der Liebe zu den Wesen und zum Leben selbst.

All dies ist das Geschenk für jedeN von uns, wenn die Angst geehrt wird, aber uns nicht mehr leitet.

Huberta v. Gneisenau – yoga-sein.eu

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