Posted inAktuell

Mit Attest vogelfrei?

Christoph/Posted on /Comments Off

Übergriffe auf Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Mund- Nasenbedeckung tragen können, sind alltäglich geworden.

Sie erleben Beleidigungen, Anfeindungen und Diskriminierungen bis hin zu körperlicher Gewalt.

Ein Beispiel dafür wurde kürzlich in den Meldungen der regionalen Polizei veröffentlicht:

… Die Geschädigte, welche aus gesundheitlichen Gründen vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit ist, wurde in der Bahn zunächst von einer Frau spöttisch auf ihre fehlende Maske angesprochen. Als die Geschädigte ihre Situation erklären wollte, sprang eine männliche Person von seinem Sitz auf, zog seine eigene Maske herunter und spuckte der Geschädigten ins Gesicht. …

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110970/4843346

Deeskalierende Bemühungen seitens der Politik, der Gemeindeverwaltungen, der Kirche oder der Medien bleiben weiterhin aus. Warum?

Wird diese Zerrüttung des gesellschaftlichen Friedens nicht wahrgenommen?

Das ist schwer vorstellbar. Möglicherweise wird es ja vorgezogen wegzusehen und nicht darauf zu reagieren. Vielleicht um Konfrontationen mit der „von oben“ verordneten Agenda zu vermeiden. Angesichts der Sanktionen und Repressionen, die all jene treffen, die die aktuellen Verordnungen kritisieren, wäre das verständlich, wenn auch höchstwahrscheinlich schicksalhaft.

Absolut inakzeptabel aber ist jene Wild-West Mentalität, bei der die Verordnungen nach Belieben ausgelegt und Menschen mit einer ärztlich attestierten Befreiung von der Pflicht zum Tragen einer Mund- Nasenbedeckung als quasi vogelfrei behandelt werden.

Dieses ist gesetzeswidrig.

Ist es nicht auch vollkommen absurd, dass zum Teil diejenigen, die die Einhaltung der Verordnungen offensiv einfordern, es sich gleichzeitig erlauben, sie nach Belieben zu modifizieren, also letztlich eine Art von Selbstjustiz verüben?

Einkaufen im EDEKA , das Besuchen des Postamts oder das Mitfahren im Bus werden ohne das Tragen eines MNS, trotz ärztlichem „Befreiungs“-Attest, mitunter verweigert. Dabei wäre nicht einmal ein solches notwendig, wie in den Verordnungen nachzulesen ist.

Wir, Petra Kürner, Christian Nagel und ich, Christoph Boldt, haben dieses Phänomen in unserem Gespräch mit Bürgermeister Schuler und Pfarrer Armbruster am Dienstag, 09.02. angesprochen und eine deeskalierende Intervention seitens der Gemeinde und der Kirche angeregt. Bürgermeister Schuler sagte, dass er prüfen werde, ob es ein Urteil gibt, das den Einzelhändlern die Untersagung des Zutritts von Menschen, die keine Maske tragen können (mit Attest) widersagt.

Wir bitten um menschliche Rücksichtnahme und Akzeptanz der Verordnungen.

Und auch um unmissverständliche Stellungnahmen und Appelle seitens der Gemeindeverwaltungen, Kirchen und Medien, um dieser Diskriminierung Einhalt zu gebieten.

Menschen, die keine medizinische Maske tragen können oder wollen, besitzen in der Regel ein gutes Gespür für eine gesundheitliche Führsorge, für sich selbst genauso wie für ihre Mitmenschen.

Dessen können Sie sich sicher sein.